Gerade der deutsche Markt für Wirtschaftssoftware, mit seinem starken Mittelstand, befindet sich im großen Wachstum. Während in den letzten 50 Jahren die Automatisierung von mechanischen Abläufen in der Produktion die Produktivität enorm vorangebracht hat, wird in Zukunft der Automatisierung im Management-Bereich in Form von informations- und telekommunikationstechnischen Systemen mehr Bedeutung zukommen. Der Anspruch an Wirtschaftssoftware ist in der Regel höher als an Software für Endverbraucher. Während sich Endverbraucher meistens in sehr große Kundensegmente einteilen lassen, deren Bedürfnisse sich leicht skizzieren lassen, sind Unternehmen sehr anspruchsvoll und individuell organisiert.
Kein Unternehmen ist wie das Andere, daher steigt die Schnittstellenarbeit und der Beratungsaufwand für die individuell auf das Unternehmen anzupassende Software stark an. Wirtschaftssoftware verlangt nicht nur eine abstrakte Kundenskizzierung, sondern viel Unternehmensanalyse, Beratung, Entwicklung und Implementierung. Diese Arbeit ist sehr individuell und von Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen getrieben.
Der Weltmarktführer für Wirtschaftssoftware in den Bereichen Verwaltung, Controlling, Produktionsplanung und Einkauf ist der weltbekannte deutsche Software-Konzern SAP. Trotz SAP ist der Markt attraktiv genug auch für kleinere Unternehmen mit Fokus auf Wirtschaftssoftware. Bestimmte Themengebiete wie etwa das Einkaufscontrolling oder die Fabrikplanung sind so breit aufgestellt, mit jedoch einer Vielzahl von speziellen Problemen, dass auch mittelständische Software-Entwickler ihre Nischen finden können.
Sogar mit der großen Konkurrenz vergleichbare ERP-Anbieter haben sich bereits auf dem Markt durchsetzen können, denn SAP kann sich nicht jedes produzierende Unternehmen leisten. Der Siegeszug von Wirtschaftssoftware für produzierende Unternehmen geschieht nicht ohne Grund. Mit spezieller Software für Einkaufscontrolling, Produktionsmanagement oder Fabrikplanung können Unternehmen Planungsprozesse beschleunigen und dabei sogar noch qualitativ verbessern sowie die Erreichung vordefinierter Ziele über Kennzahlen messen. Die Wirtschaftssoftware wird somit Teil der Wertschöpfung eines Unternehmens und steigert langfristig den Kundennutzen.